Museum Ludwig Blog

18. Januar 2019

Present Perfect: Nicholas Galanin

Present Perfect präsentiert junge, zeitgenössische Künstler*innen aus den Vereinigten Staaten, deren Kunst sich mit den Themen des Blogs auseinandersetzt. Es ist für mich sehr wichtig, dass Geschichte, und auch Kunstgeschichte, nicht nur als Interpretation der Vergangenheit verstehen, sondern auch als Teil der Gegenwart und der Zukunft. Denn sie prägt unsere Gegenwart, unsere Zukunft und beeinflusst wer wir heute sind als Individuen und als Kollektiv. 

 

 

Nicholas Galanin
The American Deam is Alie and Well
US Flag, felt, .50 Cal Ammunition, Foam, Gold Leaf, Plastic
7ft x 7ft x 9in
2012

 

Nicholas Galanin (geb. 1979, in Sitka, Alaska|Tlingit/ Unangax) versteht seine Arbeit als Bindegewebe zwischen zwei Kulturen, ihrer Vergangenheit und Gegenwart. Nach einem Schmuckdesign Studium an der Guildhall University in London und einem Master in indigener visueller Kunst an der Massey University in Neuseeland, entwickelte Galanin eine visuelle Sprache und künstlerische Praxis, die zeitgenössische und traditionelle Werkzeuge und Ausdrucksmethoden verbindet. Kultur, Wissen, Technologie und Identität sind wiederkehrende Themen in seinem Werk. In seinen eigenen Worten:

„Kultur ist mit dem Land verwurzelt, wie das Land kann die Kultur auch nicht eingedämmt werden. Ich bin inspiriert von dem Wissen und der Kreativität von Generationen von Tlingit und Unangax, die mit dem Land, zu dem ich gehöre, verbunden sind. Aus dieser Perspektive heraus beschäftige ich über kulturelle Grenzen hinweg mit zeitgenössischen Verhältnissen. Mein Prozess ist ein ständiges Streben nach Freiheit und einer Vision für die Gegenwart und die Zukunft. Durch die Verwendung indigener und nicht-indigener Technologien und Materialien, entziehe ich mich der Romantisierung, Kategorisierung und Begrenzung. Durch meine Arbeit erforsche ich Anpassung, Resilienz, Überleben, aktive kulturelle Amnesie, das Träumen, Erinnerung, kulturelles Wiederaufleben und die Verbindung zu und die Entfremdung vom Land, bzw. der Natur.“

Auf Nicholas Galanins Webseite findet ihr mehr Infos zu seiner Arbeit und hier könnt ihr euch auch ein Interview mit ihm anhören (auf Englisch). Wenn ihr jetzt mehr über zeitgenössische indigene Kunst und Kultur in Amerika erfahren wollt, dann ist Ginger Dunhills (Hawaii) Podcast Broken Boxes ein super Einstieg, klickt euch einfach mal durch das Archiv.

 

Weitere wunderbare Künstler*innen sind z.B. Cannupa Hanska Luger (Mandan-Hidatsa-Arikara/Lakota), Matika Wilbur (Swinomish/Tualip) und Project 562 oder das Künstlerkollektiv Postcommodity.

 

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